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Mahnmal am Standort der ehemaligen Synagoge

Die Geschichte der Treuchtlinger Juden geht bis ins Mittelalter zurück. Urkundlich erwähnt wurden sie erstmals 1349.
Die Grafen und Marschälle von Pappenheim,denen ab 1447 der Markt Treuchtlingen gehörte, waren Schutzherren der Juden und ermöglichten ihnen, sich anzusiedeln.
Die ab 1647 herrschenden Markgrafen von Brandenburg-Ansbach führten diese Schutzherrschaft weiter fort. Im 18. Jahrhundert entwickelte sich die jüdische Gemeinde zu einer bedeutenden Landgemeinde im süddeutschen Raum.
1730 fiel die Entscheidung zum Bau einer eigenen Synagoge in der Uhlengasse. Im Hof der Synagoge wurde 1785 ein rituelles Taufbad (Mikwe) errichtet. 1818/1819 wurde die Synagoge für die wachsende Zahl der Gemeindemitglieder zu klein und es entstand an gleicher Stelle ein Neubau mit angeschlossenem Wohnhaus des Vorsängers (Kantors).

Die feierliche Einweihung der neu gebauten Synagoge erfolgte am 10. September 1819. Die Gemeinde feierte ihre Gottesdienste nach orthodoxem Ritus und verfügte zeitweise über ein eigenes Rabbinat.
Erste antisemitisch motivierte Anschläge trafen die Synagoge bereits 1936. Den Höhepunkt erreichten die Ausschreitungen in der Nacht vom 09. auf den 10. November 1938. Die Synagoge wurde völlig zerstört.

Das Mahnmal des Treuchtlinger Künstlers Franz-Peter Burger erinnert eindrücklich an die Zerstörung der Synagoge und ihrer Gemeinde. Die Elemente symbolisieren die markante Eingangstür zur Synagoge, die nach den Anschlägen der Pogromnacht 1938 aus ihren Angeln gerissen wurde. Der Künstler versinnbildlicht mit seinem Werk die blinde Zerstörungswut, die das jüdische Leben in Treuchtlingen auslöschte.