Bedienungshilfen

Nachhaltig in die Zukunft

Unsere Intention

„Dauerhafte Entwicklung ist Entwicklung, die die Bedürfnisse der Gegenwart befriedigt, ohne zu riskieren, dass künftige Generationen ihre eigenen Bedürfnisse nicht befriedigen können“ - dieser Definition aus dem Report der Brundtland Kommission von 1987 folgt die Stadt Treuchtlingen bereits in vielen Bereichen seit längerem. Unter dem Aspekt des fortschreitenden Klimawandels, aber auch im Hinblick auf die wachsende soziale Ungleichheit und die sich verschärfende Knappheit viele Ressourcen wird die Stadt mit der Umsetzung einer lokalen/regionalen Agenda 2030 zum einen den Stadtentwick­lungs­prozess „Treuchtlingen 2030“ fortschreiben und zum anderen im Bereich erneuerbare Energien neue Wege gehen.

Die seit 1999 bestehende Umweltstation leistet einen umfassenden Beitrag zur Umweltbildung für alle Altersgruppen. Im Vordergrund stehen die praktische Umweltbildung und spielerisches Erleben der Natur rund um Treuchtlingen im Naturpark Altmühltal. Die Umweltstation kooperiert dabei intensiv mit den Treuchtlinger Schulen und bietet vielfältige Projekte wie z.B. Anlage und Betreuung eines Auwaldes in den Altmühlauen, Anlage von Blühflächen und deren Pflege, aber auch Themen wie Recycling, und gesunde Ernährung werden vermittelt. Den Kurs-/Projektteilnehmern wird verdeutlicht, dass unser Handeln Konsequenzen hat; wird das Bewusstsein für das eigenverantwortliche Handeln geschult und ein lösungsorientiertes Vorgehen ermutigt.

Das Nachhaltigkeit und Achtsamkeit für die Treuchtlinger Bürger insgesamt wichtige Themenfelder sind, wurde in einer Bürgerumfrage im Sommer 2020 ermittelt. An dieser Bürgerumfrage nahmen über 10 % der Bevölkerung teil. Die Treuchtlinger sind durchweg naturverbunden legen großen Wert auf Nachhaltigkeit vor allem auch in der Stadtentwicklung. In einem der Umfrage nachfolgenden partizipativen Markenbildung es wurde mit verschiedenen Vertretern aus dem Stadtleben (Bürger, ortsansässige Unternehmer, Kommunalpolitiker, Mitarbeiter der Stadtverwaltung) im Herbst 2020 ein Markenbildungsprozess eingeleitet, die zu einer neuen Stadtmarke geführt hat: Treuchtlingen lädt dich auf - mit diesem claim und dem dazugehörigen Logo, welches die Aspekte von Balance, Nachhaltigkeit, Naturverbundenheit und Heimat verbindet, manifestiert sich das Bekenntnis der Stadt zum gehen neuer Wege in Richtung einer nachhaltigen Zukunft.

Ein weiterer Baustein eines verantwortlichen Umgangs mit den Ressourcen und mit den Zukunftschancen kommender Generationen ist das Bekenntnis zum verstärkten Ausbau der erneuerbaren Energien. Treuchtlingen verfügt bereits seit 2011 über 2 lokale, regenerativ betriebene Wärmenetze in der Innenstadt, einen Energienutzungsplan von 2015 für die Kernstadt mit Fortschreibung und Umsetzungsbegleitung. Mit dem Projekt „Neue Energien Treuchtlingen“ soll die Dekarbonisierung gefördert und die Energiewende vorangetrieben werden.

Nachhaltige Maßnahmen in Treuchtlingen

Dezentraler Niederschlagswasserversickerung Baugebiet Winkel

Kurzbeschreibung:
Es wird in diesem Abschnitt der gesamte Niederschlag über Grundstücksversicherungsanlagen und von öffentlichen Flächen über Rigolenanlagen im öffentlichen Grund versickert. Auch bei Starkniederschlägen kam es bislang zu keinem schädlichen Abflluß.

Die Stadt hat sich diesr Vollständigen Versickerung sukzessive genähert. Im Gesamten BBG Winkel (71 Bauplätze) wurde zunächst die Erschließung im Trennsystem vorgesehen. Über die 3 Erschließungsabschnitte hinweg ging dann der Trend immer weiter zur Versickerung, was auch aktiv vom Tiefbauamt der Stadt gefördert wurde, zum Teil mit eigenen Versuchsanlagen (Rigolen) und viel Beratung für Bauwillige. Hier wurden 2 Tehmen aufgegriffen, der monitäre Vorteil bei Einführung der gesplitteten Abwassergebühr und der Nachhaltigkeitsgedanke für die Umwelt.

Erfolge:
Durch die Festgelegte Versickerung kommt es in den 39 Bauparzellen zum überwiegenden Einbau von Zisternenanlagen, deren Wasser damit nicht nur für die Gartenbewässerung genutzt wird, sondern auch für die Brauchwassernutzung im Haus (z. B. Toilettenanlagen usw.) heran gezogen wird. Damit gibt es Einsparungen im Bereich der Trinkwassernutzung. Das Trinkwasser wird damit mehr der Bestimmung als Trinkwasser gerecht, d. h. der Trinkwasserverbrauch sinkt, die Ressource Trinkwasser wird geschont.

Durch die dezentrale (vor Ort) Versickerung wird die Versorgung der oberen Grundwasserschichten gesichert, Feuchtigkeit im Boden wird erhöht und langfristig dient dies auch der Erhaltung der Grundwasser und somit Trinkwasserneubildung.

Klimanützlich ist dies ebenfalls, da vor allem die oberen Bodenschichten Niederschlagswasser speichern und dann in Trockenperioden dies wieder in die Luft abgeben (Kapillarwirkung).

Infomaterial

Radwegekonzept

Kurzbeschreibung:
Bereits vor ca 3 Jahren (2018) hat sich die Stadt Treuchtlingen das Ziel gegeben, alle Ortsteile mit Radwegen an die Kernstadt an zu binden. Im Vordergrund stand in erster Linie die Verkehrssicherheit nach dem Motto, es soll im Sommer jeder Schüler die Möglichkeit haben mit dem eigenen Fahrrad zur Schule oder ins Bad fahren zu können, ohne motorisierten Individualverkehr zu verursachen. Mittlerweile ist es gelungen, die Ortsteile auf straßenabgekoppelten Radwegen (bis auf das Teilstück bei Auernheim) nach Treuchtlingen zu führen. Die übrigen "Lücken" sind Wege, die nachgearbeitet werden sollen, aber vorhanden sind. Nun ist der Focus auf dem innerstädtischen Ausbau, hier dargestellt im Stadtplan. Es sollen alle POIś erreichbar sein.

Das Anfangsmotto ist mittlerweite in die Erkenntnis gereift, daß Radwege sicher sein müssen, vor allem auch an Knotenpunkten. Nur damit, und auch mit der Bereitstellung von Radwegen nach dem Stetigkeitsprinzip (Lückenlos und angenehmes befahren) lassen sich Mitbürger vom motorisiertem Individualverkehr auf den Radweg leiten.

Es gilt auch die Radabstellmöglichkeiten von hochwertigen Fahrrädern zu verbessern.

Erfolge:
Nebeneffekt ist nun (auch bedingt durch Corona), daß es ein fühlbare Erhöhung des Radleranteils im "Ortsteilverkehr" gibt. Eine Onlineumfrage ergab zudem, daß die von den Planern ermittelten Schwachpunkte im Radwegenetz auch von der Bevölkerung so empfunden werden. An diesen Stellen laufen nun die Planungen weiter.

Meßbar ist, daß bei Bürgerversammlungen die Kritiken an den Wegführungen ab nimmt. Dies zeigt deutlich, daß der richtige Weg eingeschlagen ist. Auch Einzelkritiken (Leserbriefe, E- Mails an die Verwatlung usw.) nehmen ab.

Mittlerweile hat sich der Landkreis ebenfalls in die Planung eines landkreisweiten Radwegekonzeptes bewegt, genauso wie die Nachbarstadt. Man kann also durchaus hier Treuchtlingen als Lokalen Vorreiter ansehen.

Infomaterial:

Biodiversitätsprojekt - Blühende Inseln für Bienen, Schmetterlinge und Insekten

Blühflächen können Lebensretter für Insekten sein.

Aus diesem Grund unterstützt das Treuchtlinger Informationszentrum Bürger und Institutionen, die für mehr Blühen ins Stadt und Landschaft sorgen wollen. Außerdem stellt die Stadt öffentliche Flächen für Blühfwiesen zur Verfügung.

Weitere Infos zum Projekt finden Sie auf www.tourismus-treuchtlingen.de/biodiversitaetsprojekt/

Bildung & Integration

Die Grundschule Treuchtlingen (GT), und die weiterführende Senefelder kooperative Gesamtschule Schule (SKGS; mit Mittel- und Realschule, Gymnasium) wurden wiederholt mit dem Prädikat „Umweltschule in Europa“: GT 2002-2020, SKGS (2012-2019). 9 mal 3*; Bruno Schubert Stiftung: 2* höchster deutscher Umweltpreis.

Viele Umweltprojekte- und aktionen prägen das Schulleben von GT und SKGS. Seit 2002 ist die GT Patin des Auwalds in der Altmühlaue bei Graben; 5500 Bäume Gundelsheim. Seit dem Schuljahr 2016/2017 besitzt SKGS einen Schulwald, der Schritt für Schritt ausgebaut und regelmäßig von unterschiedlichen Schülergruppen gepflegt wird. Im Erasmus-Programm (2006-heute) der GT wird Umweltbildung im internationalen Austausch weitergegeben.

Energie & Wärme

Im Stadtgebiet Treuchtlingen werden von den Stadtwerken Treuchtlingen zwei lokale Wärmenetze betrieben, die zu einem hohen Anteil aus regenerativen Energieerzeugungsanlagen gespeist werden (Biomasse, Biogas). Im Rahmen des Energienutzungsplans wurde zusätzliches Wärmepotential aus regenerativen Quellen identifiziert. Auf dieser Basis wurden die Nahwärmenetze entsprechend weiter ausgebaut.

Treuchtlingen will künftig verstärkt auf erneuerbare Energien setzen. Sieh hierzu auch www.treuchtlingen.de/service/projekte/neue-energien

Infomaterial:

Leuchtturmprojekt: Neue Energien Treuchtlingen

Kurzbeschreibung
Bis VI/2023 soll ein Wasserstoff-Mobilitäts-Verbundprojekt entstehen: EE-Strom aus 2 PV-Freiflächenanlagen mit je 20 MWp, aus 3 Windkraftanlagen und evtl. aus Biogasanlagen wird erzeugt und geliefert; 3 PEM-Elektrolyseure mit je 2 MW Leistung werden vor Ort installiert. Der grüne Wasserstoff wird über eine öffentliche Tankstelle an Abnehmer aus der lokalen Wirtschaft und Logistikunternehmen etc. abgegeben (Schwerpunkt: Schwerlast- und Sonderfahrzeuge). Die Elektrolyse-Abwärme wird in lokale Nahwärmenetze eingespeist. Damit wird ein sektorübergreifendes System aus EE und grünem Wasserstoff geschaffen, das lokal Wertschöpfung generiert und zur Dekarbonisierung beiträgt. Das System auf andere Regionen übertragbar; ein überregionaler Ansatz ist durch Einbindung regionaler Unternehmen unter den Abnehmern bereits jetzt geplant. Geplant ist auch eine Bürger-Beteiligung im Dialog und finanziell, um die Akzeptanz für EE und die dafür zu errichtenden Anlagen (Flächenverbrauch) zu erhöhen.
 

Erfolge
Treuchtlingen verfügt über 2 innerstädtische (seit 2013) und 3 geplante dörfliche Nahwärmenetze (3 Bürgerenergiegenossenschaften, eine 03/2021 gegründet) mit geplanter Erweiterung des einen innerstädtischen Netzes I/2022.

Die Öffentlichkeit wird seit Anfang 2021 umfassend proaktiv über die Planungen zur Erzeugung von Wasserstoff in Treuchtlingen informiert. Unter www.treuchtlingen.de/service/projekte/neue-energien stehen Interessierten umfassende Informationen zum geplanten Projekt u.a. in Form von Präsentationen und Erklärvideos zur Verfügung. Am 5. Mai 2021 hat hierfür bereits eine öffentliche Online-Bürgerinformations-veranstaltung stattgefunden.

Die Gründung der Projektgesellschaft Neue Energien Treuchtlingen GmbH im Mai 2021 aufgrund eines mit großer Mehrheit gefassten Stadtratsbeschlusses vom 15. April dokumentiert die Ernsthaftigkeit der Stadt, sich zukünftig in den Bereichen bezahlbare und saubere Energie, Innovation, Nachhaltigkeit und Klimaschutz verstärkt zu engagieren.