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Thermenstadt im Naturpark Altmühltal

Große Treuchtlinger Delegation zu Gast in Ungarn

Bildnachweis: Wilfried Hartl

Fünfjährige Verbindung mit dem ungarischen Bonyhád - 22.08.2016

BONYHÁD/TREUCHTLINGEN - Die mittlerweile fünf Jahre währende Städtepartnerschaft zwischen Treuchtlingen und dem ungarischen Bonyhád wurde kürzlich in größerem Rahmen gefeiert und gleichzeitig in einer neuen Vereinbarung bekräftigt. Dazu war Bürgermeister Werner Baum mit einer städtischen Abordnung, dem Treuchtlinger Trachtenverein sowie mit Gabriele Gippner als Leiterin der Senefelder-Schule nach Ungarn gereist.

Ein kurzer Rückblick: Es hatte bereits rund 20 Jahre lang eine enge Schulfreundschaft zwischen dem Evangelischen Sandor Petöfi Gymnasium in Bonyhád (Bonnhard) und der Senefelder-Schule Treuchtlingen gegeben, als 2011 eine offizielle Städtepartnerschaft zwischen den beiden Kommunen geschlossen wurde. Vor wenigen Wochen wurde das fünfjährige Bestehen dieser Partnerschaft bereits mit einer Delegation und der Volkstanzgruppe „Kränzlein“ aus der ungarischen Partnerstadt beim Treuchtlinger Volksfest gefeiert. Nun erfolgte der Gegenbesuch.
In der neuen Vereinbarung bekräftigen die beiden Städte die bereits exis­tierende, positive Verbindung und den Wunsch, sie weiterhin im Bildungs-, Sport-, Kultur- und wirtschaftlichem Bereich auszubauen. Die beiden Städte betonen dabei besonders die Werte und Ideale ihrer Heimat in Eu­ropa, ebenso die Toleranz und Achtung untereinander. Der Erhalt der deutschen Kultur und die Wahrung der Traditionen werden als weitere Ziele in dem Übereinkommen aufgeführt.
Gelebte Partnerschaft
Im Rahmen einer Sondersitzung des Stadtrates Bonyhád unterzeichneten Bonyháds Bürgermeisterin Ibolya Filònè Ferencz, Treuchtlingens Stadtoberhaupt Werner Baum und Ilona Köhlernè Koch, Vorsitzende der Bonnharder Deutschen Minderheitenselbstverwaltung, die Partnerschaftsurkunde im Beisein von Vertretern der weiteren Partnerstädte der Ungarn. Aus Deutschland sind das die Städte Hochheim und Wernau.

In den Festreden betonten die beiden Rathauschefs, dass es besonders die entstandenen persönlichen Beziehungen seien, die zu einer gelebten Partnerschaft beitrügen. Durch den jahrelangen Schüleraustausch und die kulturellen Verbindungen, besonders im Bereich der Brauchtumspflege (Trachtenverein Treuchtlingen, Verein Kränzlein, Chor „Seven Club Singers“, Band „Dynamic“ usw.) habe sich eine stabile freundschaftliche Verbindung zwischen den beiden Städten ergeben. „Gerade in der heutigen Zeit mit Spaltungstendenzen in Europa sind solche Freundschaften zwischen verschiedenen Völkern und Nationen sehr wichtig“, so Baum in seiner Rede, in der er sich als überzeugter Europäer gegen die aktuellen Entwicklungen der Abschottung und Ausgrenzung in der Flüchtlingsfrage aussprach.

Mit einer launigen Rede wartete der ehemalige Schulleiter des Evangelischen Gymnasiums Szabolcs Ónodi auf. Er ließ dabei nicht nur die Entstehung der Schulpartnerschaft Revue passieren, bei der Felix Birnthaler und Ulrike Rauscher für Treuchtlingen die tragenden Säulen gewesen seien, er suchte auch nach Gemeinsamkeiten der beiden Städte, die endlich – nach 20 Jahren „Probeehe“ – vor fünf Jahren einen „Heiratsantrag“ gestellt hätten und schließlich eine feste Verbindung eingegangen seien.
„Heirat“ als Impulsgeber
Beide Städte hätten eine vergleichbare Größe, in etwa gleichviele Schüler sowie gemeinsame geschichtliche Wurzeln und Traditionen. Durch die „Heirat“ der beiden Städte gebe es auch gegenseitige Inspirationen und Anreize, hieß es. Bonyhád habe jetzt ebenfalls ein Thermal(frei)bad, und nicht nur in Treuchtlingen gebe es Funde aus der Römerzeit: „Wir haben solange gegraben, bis auch wir antike Überreste einer Kirche freigelegt haben.“
Die gefestigte Freundschaft der beiden Städte soll das mitgebrachte Gastgeschenk symbolisieren, das Werner Baum im Anschluss enthüllte: eine Stele aus Treuchtlinger Jura mit einem eingravierten Ammoniten. Sie soll in der künftigen Parkanlage auf die freundschaftliche Verbindung zur Stadt im Altmühltal hinweisen.
Nach dem Festakt gab es im Rathaus eine Podiumsdiskussion zum Thema „Vertreibung“. Als Zeitzeuge aus Bonyhád berichtete ein 86-jähriger Mann von der Vertreibung der Ungarndeutschen aus der Stadt. Zu ihren Erfahrungen zum Thema Flucht, Vertreibung und Integration wurden außerdem zwei junge Frauen aus Hochheim als Enkelinnen, ein Stadtrat aus Wernau sowie Bürgermeister Werner Baum als Söhne von Heimatvertriebenen befragt.
Die Festveranstaltung war eingebunden in das alle zwei Jahre stattfindende Sommerfest anlässlich des „Tages der Tolnauer Deutschen“ in Bonyhád. Zusammen mit dem Treuchtlinger Trachtenverein (Bericht folgt) nahm die Treuchtlinger Delegation am Festzug teil. Einmal mehr zeigte sich der Trachtenverein als willkommener Botschafter der fränkischen Stadt.

Ein besonderes Highlight hatten die Bonnharder für die Treuchtlinger bei der Anreise in Budapest organisiert: Über Kontakte zum bei der Gründung der Städtepartnerschaft amtierenden Bürgermeister und jetzigen Staatssekretär Árpád János Potápi konnten die Reiseteilnehmer das ungarische Parlament mit seiner pompösen Innenausstattung besuchen und anschließend vom Burgberg in Pest aus noch einen Blick auf die Stadt genießen.

Treuchtlinger Delegation zu Besuch in Bonyhád, 08.07. - 11.07.2014


Kürzlich hatte die ungarische Partnerstadt im Rahmen der Feierlichkeiten zum 25. Städtepartnerschaftsjubiläum zwischen Wernau am Neckar und Bonyhád auch eine Abordnung aus Treuchtlingen zu diesem Fest eingeladen. Der Einladung folgten zusammen mit Herrn Bürgermeister Werner Baum Mitglieder aus Stadtrat, Partnerschaftskomitee und Verwaltung. Auch eine Gruppe von 8 Motorradfahren mit Begleitfahrzeug schloss sich der Delegation an.

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Treuchtlingen besiegelt Städtepartnerschaft mit Bonyhád

Die Bürgermeister unterzeichneten eine Urkunde, tauschten Geschenke und pflanzten eine Linde - 11.04. 07:17 Uhr

TREUCHTLINGEN - Aus einer über 20 Jahre währenden Freundschaft von Schulen ist nun eine Städtepartnerschaft zwischen Bonyhád (Ungarn) und Treuchtlingen geworden: Im Rahmen eines offiziellen Festaktes haben die Bürgermeister Árpad János Potápi und Werner Baum die entsprechende Urkunde unterzeichnet. Auch eine Linde wurde von den Rathauschefs schließlich zum Andenken an diese historische Stunde gepflanzt.

Der feierliche Akt der Urkundenunterzeichnung: die beiden Bürgermeister Árpad János Potápi (li.) und Werner Baum (re.) gemeinsam mit Ilona Köhler-Koch von der deutschen Minderheiten-Selbstverwaltung in Tolnau (Mi.).

Dass es sich bei dem Festakt um die Besiegelung einer echten Partnerschaft handelte, daran ließen sämtliche Redner keinen Zweifel. Sie stellten die offizielle Beurkundung der guten Beziehungen zwischen den beiden Städten in den geschichtlichen Kontext. So erinnerte man an die Jahrzehnte während des „Eisernen Vorhangs“, der einst Europa spaltete. Und man rief ins Gedächtnis, wer seinerzeit die erste Masche jenes unseligen, überdimensionalen metallischen Textils auftrennte. Es waren die Ungarn, die durch die Öffnung der Grenzen nach Österreich im Mai 1989 den Zusammenbruch der kommunistischen Regime in Osteuropa einläuteten und damit „einen wichtigen Schritt für die Wiedervereinigung Deutschlands leisteten“, blickte Baum anerkennend zurück. „Dies wird unser Land nie vergessen!“

Noch im gleichen Jahr waren damals erste zarte Bande zwischen der Senefelder Schule Treuchtlingen und dem Sándor Petöfi Gymnasium in Bonyhád (auf deutsch „Bonnhardt“) geknüpft worden. Es entstand ein reger Austausch, der maßgeblich dafür ausschlaggebend ist, dass beide Orte nun eine Partnerschaft eingegangen sind. Aus geschichtlichen und persönlichen Gründen sei das Datum der Urkundenunterzeichnung „ein besonderer Tag für beide Städte“, unterstrich der Treuchtlinger Bürgermeister.

Die Partnerschaft solle nun „der gegenseitigen Unterstützung und den gegenseitigen Besuchen aller Bevölkerungsschichten und Altersklassen dienen“. So könne es gelingen, „Frieden und Völkerverständigung ein persönliches Gesicht zu geben“. Schon jetzt seien zahlreiche Freundschaften entstanden. Dies sei ein Beweis dafür, dass man sich auf dem richtigen Weg befinde. Es sei ein „kleiner, aber sehr lebendiger Beitrag“, den Bonyhád und Treuchtlingen zum freundschaftlichen Verhältnis der europäischen Völker leisteten.

Als Symbol der Verbundenheit wurde eine Linde gepflanzt. Foto: Leykamm
Delegation aus Bonyhád vor dem Treuchtilnger Rathaus.

Ähnlich sah dies auch der Bürgermeister der ungarischen Kleinstadt im Süden Ungarns, Árpad János Potápi. Die Kontakte zwischen den beiden Orten würden wohl nun noch enger werden. Wie eng sie bereits in der Vergangenheit waren, führte er ebenso vor Augen. Denn es seien durch den regen Schüleraustausch nicht nur viele Freundschaften, „sondern auch eine Ehe entstanden“, wie Potápi erklärte. Die Partnerschaft der Städte habe nun den Weg geebnet, gemeinsam über Projekte nachzudenken und auch die wirtschaftlichen Beziehungen zu intensivieren.

 

Dass die Städtepartnerschaft eigentlich eine logische Folge der Schulfreundschaft ist, darauf zielten die Worte des Senefelder Schulrektors Johannes Novotný ab. Denn viele der Austauschschüler von einst seien heute in ihren Kommunen recht aktiv. Ebenso würden einige von denjenigen, die derzeit die Schulbänke in beiden Orten drückten, künftig „in die Gemeinden und deren politischen Gremien hineinwachsen.“ Für Novotnýs Ausführungen gab es am Festakt selbst geradezu ein Paradebeispiel: Silke Schebitz, eine der ersten Teilnehmerinnen am Schulaustausch zwischen Bonyhád und Treuchtlingen, sang nun beim Festakt zur Urkundenunterzeichnung und gab diesem gemeinsam mit Schülerinnen der „Sene“, der Stadtkapelle der Altmühlstadt sowie dem Treuchtlinger Trachtenverein einen würdigen Rahmen.

Es habe all die Jahrzehnte „eine große Empathie“ zwischen Treuchtlingen und Bonyhád gegeben, betonte auch der Leiter des dortigen Gymnasiums, Szabolcs Péter Ónodi. Gerade was die deutsche Affinität zu Ordnung und Regelmäßigkeiten aber auch zu karitativem Engagement anbelangt, habe man sich in Bonyhád inspirieren lassen, ließ der Rektor in seinen Worten durchblicken.

Freudig konnten im Anschluss an die Reden die beiden Bürgermeister gemeinsam mit Ilona Köhler-Koch von der Deutschen Minderheitenselbstverwaltung im Komitat Tolnau die Partnerschaftsurkunde unterzeichnen. Durch sie verpflichten sich die beiden Städte „im Bewusstsein der Gemeinsamkeiten und Unterschiede am Haus Europa weiterzubauen“, wie es im Text heißt. Zugrunde liegen der Besiegelung der Beziehungen die Beschlüsse der jeweiligen Stadträte, an welche die Vertreter der Schulen mit der Bitte herangetreten waren, eine Städtepartnerschaft ins Leben zu rufen.

(Quelle: Pressebericht des Treuchtlinger Kuriers, vom 11. April 2011)


Vorstellung der Parntnerstadt Bonyhád

Bonyhád (deutsch Bonnhard) ist eine Kleinstadt mit 14.000 Einwohnern im Süden Ungarns im transdanubischen Komitat Tolna. Die Stadt liegt nahe dem Mecsekgebirge und ist von der Großstadt Pécs etwa 30 km entfernt. Im Jahre 1990 begann der Schüleraustausch zwischen der damaligen Gesamtschule
Treuchtlingen (heute: Senefelder- Schule-Treuchlingen) und dem Petöfi Sándor Evangelikus Gimnazium. Im Laufe der vielen Jahre, die die beiden Schulen in Freundschaft verbindet, wurden auch Kontakte zwischen den beiden Stadtverwaltungen geknüpft. Bei einem Besuch von Herrn Bürgermeister Werner Baum, anlässlich einer Konferenz zum Thema „Die Deutsche im Karpatenbecken“ im April 2009 in Bonyhád wurde eine Absichtserklärung zwischen Treuchtlingen und Bonyhád über die Aufnahme zukünftiger freundschaftlicher Beziehungen unterzeichnet. Anlässlich der 20-Jahr-Feier des Schüleraustausches verbrachte eine Abordnung der Senefelder-Schule und des Rathauses Treuchtlingen einige Tage in Bonyhád. Bei dieser Einladung wurde der Gedanke, die Beziehungen zwischen den beiden Städten zu institutionalisieren, weiter verfolgt. Der Stadtrat von Treuchtlingen hat in seiner Sitzung vom 21. Oktober 2010 einer Städtepartnerschaft zugestimmt. Die Partnerschaft wurde am 09. April 2011 in Treuchtlingen besiegelt.

Bürgermeister von Bonyhád:
Herr Árpád János Potápi

Anschrift der Stadt:
Bonyhád Város Polgámestre
Széchenyi tér 12
H-7150 Bonyhád
Tel.: 0036 74500 200
Fax: 0036 74500 280
info@bonyhad.hu
Anschrift der Deutschen
Minderheitenselbstverwaltung:
Vorsitzende: Frau Ilona Köhler-Koch

Német Kisebbségi Önkormányzat
Széchenyi ter 12
H-7150 Bonyhád
Tel.: 0036 74500244
Fax: 0036 74500280
bnko@bonyhad.hu

Im Rahmen des Programms „Europa für die Bürger 2007-2013“ bewarb sich die Stadt Bonyhád erfolgreich um eine Unterstützung. So startet am 2. August 2011 eine Veranstaltungsreihe. Wichtigstes Ziel der Initiative ist es, dass die Stadt zu ihren Partnergemeinden – Hochheim am Main, Jastrowie, Pancsova, Tardoskedd, Treuchtlingen und Wernau - sowohl auf kulturellem, als auch auf wirtschaftlichem Gebiet eine engere Beziehung ausbaut. Um dies zu erreichen, werden ein Tanz-Camp, Ausflüge sowie Mal- und Fotowettbewerbe organisiert. Aber auch sogenannte partnerschaftsvertiefende Fachprogramme werden realisiert, an denen vor allem die wirtschaftlichen Beziehungen der Gemeinden im Vordergrund stehen. Auch zu Themen, die das Zivilleben oder den Umweltschutz betreffen, gibt es die Möglichkeit, sich auszutauschen. Über all diese Programme hinaus kann die Bonyháder Bevölkerung die Partnerstädte auch in einer Tagung, wo sie sich vorstellen, kennenlernen. Anlässlich des „Tarka Festivals“ gibt es sogar die Möglichkeit für die Völgységer, mit den gastronomischen Traditionen der Regionen der Partnerstädte Bekanntschaft zu machen. Die Programmreihe „Kultur ohne Grenzen“ klingt am 14. August 2011 mit dem Sommerfest aus.