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Thermenstadt im Naturpark Altmühltal

Jugendrat 2010

Am 28.04.10 fand im Kulturzentrum Forsthaus, Am Schlossberg 1, eine Jugendbürgerversammlung statt. Bürgermeister Baum begrüßte hierzu 16 interessierte Jugendliche. Neben dem neuen Stadtentwicklungskonzept "Treuchtlingen 2030", das von Silke Stadter kurz vorgestellt wurde, wurde in kleinen Projektgruppen auch über aktuelle Probleme und Wünsche gesprochen. Die Moderation übernahmen hier Jugendpfleger Martin Bruhn und Daniela Erdinger von der Stadtverwaltung.

Im Anschluss wurden auch 7 neue Jugendräte für die nächsten zwei Jahre gewählt, nämlich Maximilian Rösch, Steffen Ullrich, Katja Mayer, Manuel Rösch, Marco Schuhmann, Saskia Bär und Laura Mühlhäußer.

Presseartikel des Treuchtlinger Kuriers vom 04.05.2010

Saskia Bär, Katja Mayer, Laura Mühlhäußer, Madlene Pfitzer, Manuel Rösch, Marco Schuhmann und Steffen Ullrich unterstützen künftig Daniela Erdinger (links) und Martin Bruhn (hinten rechts) bei der Jugendarbeit. Foto: TK, Shaw

"Treuchtlingen ist nicht so unbedingt die beste Stadt. Hier ist nichts los, man kann nichts unternehmen." Das Urteil der 14-jährigen Winona ist deutlich und stimmt mit dem ihrer Altersgenossen überein. Doch anders als es den Jugendlichen heute oft nachgesagt wird, interessieren sich die Schülerin und ihre Mitstreiter zwischen 13 und 16 Jahren für das Schicksal ihrer Heimatstadt. Bei der ersten Jugend-Bürgerversammlung und im neu aufgestellten Jugendbeirat wollen sie etwas dafür tun, die Altmühlstadt zukunftsträchtiger zu machen.

Zusammen mit Jugendsozialpädagoge Martin Bruhn und Daniela Erdinger von der Stadtverwaltung machten sich die 16 Teenager vergangene Woche im Alten Forsthaus ans Pläneschmieden für ein kinder- und jugendfreundlicheres Treuchtlingen. Dabei freuten sich alle, dass auch Bürgermeister Werner Baum Interesse für die Anliegen seiner Jungbürger zeigte. Der Rathauschef blieb zwar wegen eines Termins in Sachen Fachhochschul-Planung nur eine gute Viertelstunde. Hauptsache er war überhaupt da, waren sich die Mädchen und Jungen aber anschließend einig.

Das galt vor allem für die Hälfte der Jugendlichen, die geschlossen mit einer großen Sorge zu der Versammlung gekommen war: Fällt der Spielplatz am Ziegelhüttenweg den geplanten Hüttendörfern der künftigen FH zum Opfer? Am Patrich war in den vergangenen Wochen eben dieses Gerücht umgegangen, wusste auch das Stadtoberhaupt. Sogar mehr als 100 Unterschriften hatten die Anlieger gegen das befürchtete Szenario gesammelt.

Alles unnötig, versicherte Baum seinem jungen Publikum. Er wisse nicht, wie das Gerücht entstanden sei, denn dieses kleine Eck des Areals zwischen Skihang und Ziegelhüttenweg war nie ein Thema. Ebenso werde die FH sicher nicht zwei Meter daneben bauen. Es bleiben genug öffentliche Bereiche, damit Ihr im Wald noch toben könnt, versicherte er den Kindern und Jugendlichen.

Sorge um Spielplatz unbegründet

Diese hakten zwar noch zwei-, dreimal nach, waren aber am Ende offenkundig erleichtert über die Klärung. Zudem kündigte Baum an, dass der in die Jahre gekommene Spielplatz bald eine neue Schaukel erhalten werde.

Für einiges Kichern sorgte der Bürgermeister – übrigens selbst zweifacher Vater – anschließend mit dem Versprechen, er nehme die Jugendlichen genauso ernst wie jemanden, der 80 Jahre oder älter ist, und wolle von ihnen hören, wo der Schuh drückt. Denn die aufmerksamen Teenager hatten sehr wohl registriert, dass sie der Rathauschef bis dahin kein einziges Mal hatte zu Wort kommen lassen.

Übel nahmen sie es dem Stadtoberhaupt aber nicht. Schließlich habe Baum am Ende trotzdem alle unsere Fragen beantwortet und zugesagt, sich zum Beispiel um den Wunsch nach Ballfangnetzen am Patrich-Spielplatz und am Bolzplatz in Möhren zu kümmern. Offenbar sei der Bürgermeister kein so arroganter Schnösel, der später nichts von unseren Ideen umsetzen will, wie es die 14-jährige Anna unverblümt formulierte. Es ist gut, dass er so jung ist, ergänzte die 13-jährige Laura. Und jetzt brauchen wir ihn auch nicht mehr, flachste der 16-jährige Christian, nachdem Baum die Versammlung verlassen hatte.

Kurz brachte Rathausmitarbeiterin Silke Stadter anschließend den Nutzen des Stadtentwicklungsprozesses für die Treuchtlinger Jugend auf den Punkt. In Sachen Bevölkerungsabnahme sei der Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen in Bayern nur mit den ehemaligen Zonenrandgebieten vergleichbar. Bürger und Kommune müssten deshalb jetzt mit den Veränderungen starten, damit in 20 Jahren nicht nur alte Leute hier leben.

Viele kreative Anregungen

Die Vorschläge dafür brachten die jungen Leute in Arbeitsgemeinschaften zu Papier und stellten sie im Anschluss der Runde vor. Frei zugängliche Tischtennisplatten, ein bezahlbares Fitnessstudio oder eine Spieleoase mit Rutschen, Trampolin und Hüpfburg für die Kleinen schlugen etwa die Sportler vor. Ein Jugendcafé und eine Blockhütte am Patrich sowie mehr Klamottenläden in der Stadt wünschte sich die Gruppe Treffpunkte. Und neben Naturlehrpfaden und Bootstouren standen auf der Liste Natur fast alle der bereits geplanten Freizeiteinrichtungen der künftigen FH: Radwege, Hochseilgarten, Mountainbikeparcours.

Die meisten Anregungen fanden sich am Ende aber unter der Überschrift »Musik». So hätten die Jugendlichen gern eine jugendgerechte Diskothek mit moderner Musik, mehr Pop- und Rockkonzerte sowie eine eigene Stadtband, die vielleicht auch ein zeitgemäßes Lied für Treuchtlingen ersinnen und vertonen könnte. Überrascht zeigten sich Erdinger und Bruhn allerdings davon, dass kaum einer der engagierten Jungbürger die entsprechenden Angebote des Jugend- und Kulturvereins Eber-Hart kannte. Das muss besser werden, kündigten beide mehr Werbung für den Verein und sein Jugendzentrum an.

Dabei und beim Sammeln und Umsetzen weiterer Wünsche der Treuchtlinger Jugend unterstützt den Jugendsozialpädagogen künftig der neue Jugendbeirat. Das Gremium aus bis zu zehn Teenagern zwischen zwölf und 18 Jahren ist mit einer eigenen Satzung bei der Kommune verankert und soll die Anliegen der jungen Bürger bei regelmäßigen Treffen erörtern sowie anschließend im Stadtrat vortragen.

Sieben der neuen Ratsmitglieder wählten die Mädchen und Jungen gleich vor Ort aus den Reihen der Versammlung – ein sehr gutes Resultat, wie Bruhn betonte. Die frischgebackenen Jugendvertreter sind: Saskia Bär, Katja Mayer, Laura Mühlhäußer, Madlene Pfitzer, Manuel Rösch, Marco Schuhmann und Steffen Ullrich.

Quelle: Pressebericht des Treuchtlinger Kuriers, Patrick Shaw)

Ansprechpartner

Ansprechpartner für Fragen/Infos ist neben dem Jugendrat auch die Referentin für Jugend des Stadtrates, Kathrin Baum-Grimm, Bahnhofstraße 50, Treuchtlingen. 

Weiter stehen Martin Bruhn als Jugendsozialpädagoge (halbtags Senefelder-Schule Treuchtlingen, halbtags offene Jugendarbeit im Jugendtreff) und in der Stadtverwaltung Daniela Erdinger (Tel.-Nr. 09142 96 00-32), Fax-Nr. 09142 96 00-55, Email: jugendpflege (at ) treuchtlingen.de für die Wünsche, Sorgen und Nöte der Jugendlichen zur Verfügung.

Die Wahl des Jugendrats

Kandidaten für den Jugendrat können in der Versammlung bzw. Wahl schriftlich der Stadt Treuchtlingen (Rathaus, Zimmer 18, Frau Erdinger) gemeldet werden. Wahlvorschläge sind jedoch auch in der Jugendbürgerversammlung möglich. In jedem Fall müssen die Kandidaten bei der Versammlung anwesend und zur Kandidatur bereit sein.

Der Jugendrat hat die Aufgabe, in allen die Jugend betreffenden Angelegenheiten Vorschläge zu machen. Dies gilt vor allem für Bildungs-, Sozial- und Umweltfragen, aber auch für sonstige die Jugend betreffende Themenbereiche.

Der Jugendrat nimmt weiterhin gegenüber dem Stadtrat und der Stadtverwaltung die Interessen der Treuchtlinger Jugendlichen durch Anträge, Anregungen, Anfragen, Empfehlungen und Stellungnahmen wahr.

Ansprechpartner für Fragen/Infos sind neben dem Jugendrat auch die beiden Jugendvertreter des Stadtrates, Jürgen Bachmeier-Auer, Gundelsheim, Wiesenweg 16, Treuchtlingen und Sven Herter, Am Brühl 1 a, Treuchtlingen, sowie in der Stadtverwaltung Daniela Erdinger (Tel.-Nr. 09142/96 00-32), Fax-Nr. 09142/96 00-55, Email: jugendpflege (at ) treuchtlingen.de

 

Archiv:

Der Treuchtlinger Stadtrat hatte sich bekanntlich für die Bildung eines Jugendbeirates ausgesprochen. Deshalb fand am 18.11.2003 die Erste Jugendbürgerversammlung mit Wahl eines Jugendbeirats in der Stadthalle Treuchtlingen statt.

Wahlberechtigt waren über 1.000 Jugendliche der Gesamtgemeinde im Alter von 12 bis 17 Jahren. Von 43 anwesenden stimmberechtigten Jugendlichen wurden 18 Kandidaten aufgestellt, von denen 10 den neuen Jugendbeirat bilden.

In einer konstituierenden Sitzung wurde neben dem Vorsitzenden auch die Stellvertretung geregelt. Weiterhin gab sich der Jugendbeirat den Namen "Jugendrat".

Die zweite Jugendbürgerversammlung fand am 29.03.06 im Historischen Sitzungssaal des Rathauses statt. Bürgermeister Herrmann konnte nur sieben interessierte Jugendliche begrüßen, welche sich jedoch komissarisch für die Belange der Treuchtlinger Jugendlichen einsetzen wollen. Die angesetzte Wahl des Jugendrates wurde nicht durchgeführt.

Neben Marina Schwenk wollten Tran Thi Thuc, Nina Silbereisen, Kathrin Baum, Michaela Straßner, Stefanie Baum und Stephanie Auer den Jugendlichen der Stadt zur Seite stehen.