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Thermenstadt im Naturpark Altmühltal

Elkan Naumburg

(01.01.1835 - 31.07.1924)

Elkan Naumburg wurde am 1. Januar 1835 als Sohn des Buchbinders und Schreibwarenhändlers Abraham Naumburg in Treuchtlingen geboren. Der Vater verfügte nicht über die finanziellen Mittel, um dem begabten Knaben eine Ausbildung zu ermöglichen. Der Rat der Gemeinde Treuchtlingen bewilligte daher einen Gulden pro Monat, damit Elkan Naumburg in Fürth eine Banklehre absolvieren konnte.


Mit 15 Jahren wanderte er zusammen mit der Familie seines älteren Bruders Louis Naumburg nach Amerika aus. Während Louis in die Fußstapfen seines Vater trat und Kantor und Lehrer in Philadelphia und Pittsburg wurde, trat Elkan in die Textilfabrik seines Schwagers Simon Frank in Baltimore ein.


1853 ging er nach New York, um dort eine Bekleidungsfirma zu gründen, die bald eine der größten der USA wurde.


1887 gründete er aus Dankbarkeit gegenüber seiner Heimatstadt Treuchtlingen, die ihm den finanziellen Grundstein für seine Ausbildung gelegt hatte, einen Fonds zur Errichtung einer Kinderaufbewahrungsstation in Treuchtlingen.


1893 ging er in den Ruhestand und verließ das Familienunternehmen. Er und sein ältester Sohn Walter gründeten als Partner das Bankhaus E. Naumburg & Co. Nach seinem Harvard-Abschluss 1898 trat auch der jüngere Sohn Georg Washington Naumburg in das Banhkaus ein.


Trotz seiner Bedeutung wurde das Bankhaus Naumburg in dem Wolkenkratzer Wallstreet 14 Ende 1931 an Shields & Co verkauft, wohl im Gefolge der Weltwirtschaftskrise.


1905 begründete er eine neue Reihe von Freiluftkonzerten im Central Park. Er übernahm die kosten für das Open Air, das die New Yorker Times 1916 erstmals als Naumburg Concerts bezeichnete. Die kostenlosen Naumburg Orchestral Concerts gibt es bis heute als Sommerkonzerte, getragen von der Naumburg-Stiftung. 1923 wurde die Konzertmuschel (Naumburg Banshell) im Central Park mit einem riesigen Konzert eröffnet.


Am 12. Dezember 1921 fasste der Treuchtlinger Stadtrat den Beschluss, Naumburg das Ehrenbürgerrecht der Stadt zu verleihen. Die Urkunde gelangte jedoch nie in die Hände des Geehrten. Das bayerische Innenministerium verweigerte die Anerkennung des Titels aufgrund der damaligen Gemeindegesetze, die ein Bürger- und damit ein Ehrenbürgerrecht nicht mehr vorsahen.


1933 wurde das Porträt des Ehrenbürgers im Haus und die Erinnerungstafel über dem Eingang des Kinderheims "aus Gründen der nationalen Jugenderziehung" entfernt. Ausgerechnet die Elkan-Naumburg-Straße erhielt den Namen Adolf-Hitler-Straße. 

 

1945 traf eine amerikanische Fliegerbombe das von ihm gestiftete Kinderheim. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Andenken an Naumburg wieder lebendig. Die ihm ursprünglich gewidmete Straße erhielt ihren alten Namen zurück.

 

In dem wiederhergestellten Gebäude wurde zunächst die Mittelschule untergebracht, später dann die Krankenhausverwaltung. Heute ist etwa dort der Haupteingang des Krankenhauses.

 

 

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