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Thermenstadt im Naturpark Altmühltal

Friedrich Korn, Bürgermeister von 1945/46 bis 1956

(11.03.1885 - 14.11.1960)

Am 11. März 1885 in Treuchtlingen geboren, meldete er sich mit 19 Jahren zum Militär und war dort bis 1920 in der Verwaltung tätig. Ins Zivilleben zurückgekehrt, übernahm er das Papiergeschäft mit Buchhandlung Attmannspacher und engagierte sich für die Liberale Partei.

 

Ab 1925 war er im Stadtrat und amtierte als Zweiter Bürgermeister. Nach der Machtübernahme durch die NSDAP legte Korn seine öffentlichen Ämter nieder. Er machte aus seiner Antipathie gegenüber den neuen Herren keinen Hehl. Aufgrund einer Denunziation wurde er wegen angeblicher Wehrkraftzersetzung verhaftet und ins Gefängnis nach Eichstätt gebracht. Der zu Ende gehende Krieg verhinderte eine Aburteilung. Kurz vor dem Einmarsch der Amerikaner entlassen, wanderte er zu Fuß in seine inzwischen zerstörte Heimatstadt zurück.

 

Hier wurde er zunächst als kommissarischer Bürgermeister eingesetzt, von dem am 27. Januar 1946 frei gewählten Stadtparlament in diesem Amt einstimmig bestätigt und im Jahr 1952 von der Bürgerschaft wiedergewählt.

 

Seine zehnjährige Amtszeit ist unlösbar mit dem Wiederaufbau Treuchtlingens verbunden: Die zerstörten Stadtwerke wurden wieder in Gang gesetzt, die zerbombten Bahnunterführungen aufgebaut, die Mädchenmittelschule wieder aufgerichtet und um eine Knabenmittelschule erweitert. Aus beiden entstand später die Staatliche Realschule. Das stark angeschlagene Krankenhaus wurde nicht nur repariert, sondern sogar erweitert, wozu Korn in München 190 000 Mark aus der McCloy-Spende und 410 000 Mark Staatszuschuss loseisen konnte. Ein neuer Kindergarten entstand, und mit dem Bau der DP-Siedlung am Galgenbuck wurde die Erschließung des östlich der Altmühl gelegenen Stadtteils eingeleitet.

 

Das Netz der Versorgungsleitungen kam wieder in Ordnung, die mit Bombenkratern übersäten Straßen wurden aufgefüllt und zum Teil asphaltiert. Alle zerstörten Brücken wurden zumindest behelfsmäßig instand gesetzt; am Weg nach Dietfurt entstand eine mechanische Kläranlage.

 

Nach dem Ausscheiden aus dem Amt des Bürgermeisters am 30. April 1956 wurde Friedrich Korn einstimmig zum Altbürgermeister ernannt. Seit Kriegsende war Korn auch Mitglied des Kreistages und wurde in Anerkennung seiner Verdienste 1958 Kreisehrenbürger. Gleichzeitig bekam er das Bundesverdienstkreuz erster Klasse angeheftet. Als Republikaner von echten Schrot und Korn war er ein allseits anerkannter Mann der ersten Stunde nach dem Zusammenbruch am Ende des Zweiten Weltkrieges.

 

Am 14. November 1960 verstarb er. Wohl noch nie sah der Treuchtlinger Friedhof eine so große Trauergemeinde. Eine Straße an der östlichen Stadteinfahrt trägt heute seinen Namen.

 

 

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