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Andreas Güntner, Bürgermeister von 1933 bis 1945
(von den Nazis eingesetzt)



(?? - 06.04.1964)

Der gebürtige Oberpfälzer war ursprünglich Berufssoldat und wurde im Zuge der Entmilitarisierung nach dem Ersten Weltkrieg 1920 als Eisenbahnassistent an den hiesigen Bahnhof versetzt. Frühzeitig trat er der NSDAP bei, gründete in Treuchtlingen die Ortsgruppe der Partei und wurde als Vertreter des „Völkischen Blocks“ in den Stadtrat gewählt. Am 12. Oktober 1933 nahm er dann die Stelle des hauptamtlichen Bürgermeisters ein.

 

Während der sechs Jahre bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkriegs wurden die Kleinsiedlungen im Grüntälein und am Patrich errichtet, das Rathaus in seine jetzige Form umgestaltet und das Feuerwehrhaus gebaut. Wirtschaftlich glaubte er einen Vorteil für die Stadt zu gewinnen, indem er ein Reichsarbeitsdienstlager nach hier brachte.

 

In Güntners Amtszeit erlebte Treuchtlingen die schwersten Schicksalsschläge seiner Geschichte. Seine Parteigenossen brannten die Synagoge nieder und vertrieben die jüdischen Mitbewohner aus der Stadt. 1945 zerstörten zwei schwere Bombenangriffe rund ein Drittel aller Wohnungen und forderten nahezu 600 Tote. 128 junge Treuchtlinger fielen an allen Fronten und 135 kehrten als Vermisste nicht zurück. Beim Einzug der Amerikaner versteckte sich Güntner mit einigen Freunden in den Wäldern des Uhlbergs, um sich nach kurzer Zeit ins Unvermeidliche zu fügen. Er kam in Internierungshaft und wurde am 9. Mai 1946 zu dreieinhalb Jahren Zuchthaus verurteilt. Dadurch verlor er auch alle Versorgungsansprüche. Nach seiner Entlassung war Güntner gebrochen an Leib und Seele und als 62jähriger nicht mehr in der Lage, einen neuen Beruf zu ergreifen. Seine Frau hatte er schon 1945 auf tragische Weise verloren. Er zog nach Traunstein, wo er auf die öffentliche Fürsorge und die Hilfe seiner nächsten Angehörigen angewiesen war. Ab 1957 bekam er wenigstens seine kleine Rente.

 

Am 6. April 1964 fand er neben seiner Frau im Treuchtlinger Friedhof seine letzte Ruhestätte.

 

 

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