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Emil Otto Sommer, Bürgermeister von 1918 bis 1933



(1885 - 13.07.1936)

Als der Magistrat am 7. November 1917 einstimmig den Rechtsanwalt Sommer zum rechtskundigen Bürgermeister wählte, war dieser bei der Staatsanwaltschaft in der Rheinpfalz tätig. In seiner Antrittsrede am 2. Januar 1918 umriss er bereits die Schwerpunkte seiner Arbeit: Von der günstigen Verkehrslage Treuchtlingens ausgehend, sollte die industrielle Entwicklung einen gewaltigen Aufschwung nehmen. Im Zusammenhang mit der geplanten neuen Bahnlinie Treuchtlingen – Nennslingen – Eichstätt und der Großschifffahrtstraße mit Hafen in Treuchtlingen sollte am Fuß des Nagelbergs das Treuchtlinger Industriegebiet entstehen.

 

Der verlorene Krieg, die Inflation, die Weltwirtschaftskrise, die Arbeitslosigkeit und der Parteienzwist in der Weimarer Republik zerstörten diese Hoffnungen. Trotzdem führte Sommer die Stadt geschickt durch all die Wirrnisse. Innerhalb der ersten fünf Jahre seiner Tätigkeit wurde Treuchtlingen elektrifiziert. Vorher hatte nur der Bahnhof elektrisches Licht. Die Bahnhofstraße wurde kanalisiert und gepflastert. In Notstandsarbeiten entstanden die Straßen nach Dietfurt und Möhren und die Wohn- und Beamtenbauten zwischen Bahngelände und Elkan-Naumburg-Straße. Die drei Genossenschaften „Eigenheim“ entfalteten unter seiner Förderung eine rührige Bautätigkeit. Nach Überwindung der Inflation gab die Stadt allein 249 228 Reichsmark für Wohnungsbau und 172 092 Reichsmark für Wasserleitungsbau aus. Ein eigener motorisierter Fuhrpark mit Straßenwalze wurde geschaffen. Vor allem verstand es Sommer, einen tüchtigen Mitarbeiterstab um sich zu sammeln und damit die Verwaltung der Stadt zu stärken und die Grundlage für zukünftige Entwicklungen zu schaffen. Unermüdlich war er darum bemüht.

Dann kam die sogenannte Machtübernahme durch die NSDAP.

 

Jetzt begann ein Kesseltreiben gegen den parteilosen, aber fachkundigen Bürgermeister, der den neuen Herren angeblich aus rassischen Gründen nicht mehr genehm war. Man zwang Sommer am 1. Oktober 1933 zum Rücktritt. Ohne Wort des Dankes und der Anerkennung für seine verdienstvolle Arbeit musste er mit seiner Gattin und den beiden Söhnen Treuchtlingen verlassen. Kein Bürger wagte es damals, für ihn einzutreten oder ihn wenigstens in menschlicher Verbundenheit am Bahnhof zu verabschieden.

 

Am 13. Juli 1936 verstarb er im Alter von 51 Jahren in Würzburg, wo er sich niedergelassen hatte.

Ob sich wohl jemand des tragischen Schicksals erinnert, wenn er durch die Bürgermeister-Sommer-Straße geht?

 

 

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