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Thermenstadt im Naturpark Altmühltal

Karl Kraft, Bürgermeister von 1912 bis 1918

(28.01.1855 - 18.07.1926)

Kraft war ein echter Treuchtlinger Handwerksmeister. Geboren wurde er am 28. Januar 1855 und lernte das Glaser- und später noch das Schreinerhandwerk. Seine Lehr- und Wanderjahre führten ihn in die Schweiz und weit nach Frankreich hinein. In seine Amtszeit fällt der Ausbruch des Ersten Weltkrieges. Noch vor Beginn desselben wurde in der Treuchtlinger Flur eine erste Flurbereinigung im Anschluss an die Altmühlregulierung durchgeführt. Letztere kostete der Stadt über 600 000 Goldmark, die als Darlehen aufgenommen werden mussten. Man sieht, dass schon damals Schulden gemacht wurden, wenn es um die Verbesserung der Lebensqualität ging. Auf Anregung des Bürgermeisters wurden die Städtischen Sparkassen gegründet und ein für damalige Verhältnisse modernes Frei- und Flussbad eröffnet.

 

Kraft bemühte sich, Treuchtlingen der neuen Zeit anzupassen. Die Errichtung eines großen Zementwerks scheiterte am Eigensinn einiger Grundstückbesitzer. Am 30. April 1917 kam eine der 14 bayerischen Kanalbauinspektionen nach Treuchtlingen und nahm hier ihre mehrjährige Tätigkeit auf. Es wurde damals die Großschifffahrtsstraße Rhein-Donau projektiert. Sie sollte als sogenannte Stepperger Linie von Nürnberg über Roth – Weißenburg – Treuchtlingen – Solnhofen – Kelheim laufen. In Treuchtlingen war ein Hafen geplant. Der Eisenbahnknotenpunkt sollte durch die Linien Treuchtlingen – Suffersheim – Nennslingen – Altdorf – Eichstätt und die Linie Treuchtlingen – Wettelsheim – Falbenthal – Heidenheim erweitert werden. Aber der Krieg und sein unglückseliger Ausgang vereitelten alle Pläne. Treuchtlingen zeichnete allein bis zum 23. November 1917 301 300 Mark Kriegsanleihe. Die Turnhalle wurde vorübergehend als Feldlazarett eingerichtet und im heute verfallenen Burgstallkeller war ein russisches Kriegsgefangenenlager.

 

Die Aufgaben des Bürgermeisters wuchsen in einem Maß, dass der Magistrat beschloss, einen hauptamtlichen Bürgermeister einzustellen. Karl Kraft erhielt höchste Anerkennung für seine Arbeit und starb als Privatier am 18. Juli 1926.

 

 

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