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Ludwig Staudinger, Bürgermeister von 1909 bis 1912



(13.08.1865 - 28.01.1934)

Staudinger war gebürtiger Augsburger (geboren am 13. August 1865). Er zog 1893 nach Treuchtlingen, um hier die Apotheke zu übernehmen, die Apotheker Huberich in der Mitte des vorigen Jahrhunderts eröffnet hatte.

 

Fünf Jahre nach seinem Zuzug erbaute er in Treuchtlingen eine große Apotheke in der Bahnhofstraße. In seiner Amtszeit wandelten sich und Gesicht von Treuchtlingen grundlegend, weil hier die Altmühlregulierung vorgenommen wurde. Früher schlängelte sich der Fluss in zahllosen Windungen durch das Tal, und die Stadt lag in einer Flussschlaufe, die direkt am Schloss vorbeiführte. Monatelange Überschwemmungen, eine fürchterliche Schnakenplage und Fischsterben großen Ausmaßes waren die Folge.

 

Wie es seinem Hauptberuf als Apotheker entsprach, tat Staudinger viel für die Gesundheit der Bevölkerung. Zur Staubbekämpfung wurde ein Straßensprengwagen angeschafft, wozu er persönlich auf seine Amtsentschädigung verzichtete. Die ersten Straßenteerungen wurden probeweise durchgeführt und Abwasserkanäle in den Nebenstraßen verlegt, darunter auch durch die jetzige Fischergasse, die damals noch „Rosengasse“ hieß. Als 1911 in der Stadt Typhusfälle auftraten, ließ er die öffentlichen Brunnen nicht nur sperren, sondern sogar zuschütten und erzwang zum Missmut manchen Bürgers den Anschluss an die bestehende Wasserleitung. Übrigens zahlten damals die Hausbesitzer nur 10 Mark jährlich Wassergebühr! Trotz eines heftigen öffentlichen Streits, ausgerechnet mit dem hiesigen Arzt, sprach ihm das Stadtkollegium das Vertrauen aus.

 

Staudinger stellte sich 1912 nicht mehr zur Neuwahl. Er starb am 28. Januar 1934 an Paratyphus, den er zum Wohl der Bürgerschaft so heftig bekämpft hatte, und fand seine letzte Ruhestätte in der Familiengruft in Augsburg. Er war der einzige Bürgermeister, der weder in Treuchtlingen geboren noch hier begraben wurde.

 

 

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